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Kindergärten des Postillion e.V.


Die Kindergärten sind Kindertageseinrichtungen für Kinder von drei Jahren bis zum 6. Lebensjahr, zumindest bis zum Schuleintritt. Der Kindergarten hat inzwischen einen hohen gesellschaftspolitischen Stellenwert erhalten. Kindergärten in Deutschland haben eine lange Tradition und ein eigenes Verständnis. Sie gehören nicht in das Schulsystem, sondern sie sind Teil der Kinder- und Jugendhilfe.
Wir haben verschiedenste Kindergärten:
- Klassische Ganztags-Kindergarten
- Waldkindergarten mit einem Bauwagen
- Kindergarten in einem Gebäude mit einem Schulkindergarten (Behinderte und nichtbehinderte Kinder)

Bildung und Erziehung der Kinder
Man könnte Bildung und Erziehung der Kinder mit Erziehung gleichsetzen. Wir verstehen unter dem Begriff der Erziehung vor allem, dass wir den Kindern ein Recht auf den heutigen Tag geben. Wie Janusz Korczak schon in den 1920er Jahren forderte, geht es darum, Kindheit als Lebensphase zu akzeptieren und nicht nur darum, Kinder zukunftsfähig zu machen. Dazu gehört vor allen Dingen ein liebevoller Umgang mit den Kindern. Wir haben als Tageseinrichtung eine hohe Verantwortung für Kinder, da sie sehr viel Zeit mit den Erzieher/innen verbringen.

In letzter Zeit erscheinen immer mehr Ratgeberbücher von Psychologen oder Pädagogen, die mehr Disziplin und Autorität fordern. Diese Einschätzung sollte differenzierter betrachtet werden. Wir möchten, dass sich alle Kinder im Kindergarten wohlfühlen. Dies setzt voraus, dass soziale Konflikte zwischen Kindern aufgegriffen und bearbeitet werden. Unsere Vorstellung davon ist, mit den Kindern diese Konflikte partizipativ zu lösen, sodass Kinder auch etwas daraus lernen. Das gemeinsame Aufstellen von Regeln, wie es schon Janusz Korczak beschreibt.

Die vielen neuen Ideen im Bereich der frühkindlichen, vorschulischen Bildung führen bundesweit zur Tendenz, eine Vielzahl von Projekte ins Leben zu rufen. Wir verfolgen diese Tendenz und die aktuelle wissenschaftliche Diskussion genau. Häufig vorgestellte Programme, wie zum Beispiel im Bereich Gewaltprävention oder im Bereich Lese- und Rechtschreibung werden deswegen bei uns nur Anwendung finden, wenn deren Effekt wissenschaftlich nachgewiesen wurde, da die Etablierung und Umsetzung solcher Programme mit sehr viel Zeit verbunden ist, die an anderen Ecken wieder fehlt.

Eine sehr ausführliche Auflistung zu Haltung und Professionalität, die wir auch vertreten können, findet sich im Orientierungsplan Baden-Württemberg im entsprechenden Kapitel. Margit Stamm hat in zahlreichen Studien herausgefunden, dass bei der familienexternen Betreuung das Fachpersonal eine Schlüsselrolle einnimmt, wenn es darum geht, Erziehungs- und Bildungsgedanken zu verankern. Es lässt sich nichts verordnen. Die professionelle Haltung ist daher eines der Basiselemente im Kindergarten. Diese lässt sich jedoch nicht nur auf eine einzige pädagogische Richtung festlegen; viele Ansätze verschiedener bekannter Früh-Pädagogen stehen nicht in einem Gegensatz zueinander, sondern sind für unsere heutige Kindergartenarbeit von großer Relevanz. Der Pädagoge Ludwig Liegle veröffentlichte z.B. in seinem Beitrag "Reicht Fröbel", dass "kein Klassiker reicht, um hier und heute die Pädagogik der frühen Kindheit in Theorie und Praxis auf seinem Denken aufzubauen.

Die beispielhafte Erinnerung an seine Gedanken zur Beachtung der Individualität des Kindes, zur internationalen Orientierung der Erziehung und insbesondere zur Bestimmung des Kindergartens als Bildungseinrichtung hat jedoch gezeigt, dass Fröbel zeitüberdauernde Erkenntnisse formuliert hat." Das was Liegle für Fröbel formuliert hat, den Begründer des Kindergartens, gilt somit auch für die Reggio-Pädagogik und für die Pädagogik nach Montessori. Viele Ideen und pädagogische Elemente von Maria Montessori und der Region Reggio in Italien finden sich in dieser Konzeption. Aber auch der Ansatz „entdeckendes Lernen“ von Celestin Freinet.

Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Berufstätigkeit (Betreuung)
Betreuung ist wahrscheinlich der Begriff, der am einfachsten umzusetzen ist. Hier geht es zunächst darum, gesicherte, verlässliche Betreuungsangebote zu schaffen, sodass Eltern berufstätig sein können und die Kinder dennoch gut aufgehoben sind. Wichtige Kategorien sind hierbei Wärme, Nahrung und Schutz vor Gefahren. Also all das, was Kinder brauchen, damit ihre leiblichen Bedürfnisse befriedigt werden. Darüber hinaus wissen wir aus den in den 1940er Jahren durchgeführten Untersuchungen des Schweizer Psychologen René Spitz, dass sich die Beziehung zwischen Kinder und Erwachsenen nicht nur auf Versorgung beschränken darf. Es braucht eine verlässliche Zuwendung von Erwachsenen und die Bereitschaft Erwachsener, sich auf Kinder im Rahmen von Beziehung und wechselseitiger Anerkennung einzulassen. Man kann sagen: Betreuung heißt, Bindungen zulassen, ermutigen und pflegen.

Der fachliche Austausch ist wichtig
Der Postillion e.V. ist Mitglied im Verband Kindertagesstätten der Schweiz. KiTaS ist ein Fachverband, der trägerübergreifend Einrichtungen und Mitarbeiter/innen vernetzt, Einrichtungen berät, Qualitätskriterien gemeinsam erarbeitet. Der Postillion e.V. ist die einzige deutsche Mitgliedseinrichtung.
Alle Kindergärten verfügen über eine Betriebserlaubnis des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales. Hier werden Mindeststandards von staatlicher Seite vorgeschrieben.