Weinheim Kindergarten Freudenberg

Betreuungs­zeiten Montag bis Freitag 07:00 bis 17:00 Uhr
Plätze 20
Alter 3 bis 6 Jahre
Standort Viernheimer Straße 10, 69469 Weinheim
Kontakt E-Mail: kindergarten.freudenberg@postillion.org, Telefon: (06201) 6902838
Leitung Carmen Kößler (Erzieherin)
Team Simon Hug (B.A. Frühkindliche und Elementarbildung), Nils Mora (B.A. Sozialpädagogik), Katharina Schork (Erzieherin)
Das Team wird bei Krankheit und Urlaub durch unser Vertretungsteam unterstützt.
Konzeption als pdf-Dokument
Schließ­tage 2022: 15 Tage
14. April, 19. bis 20. Mai, 13. bis 17. Juni, 14. bis 15. Juli, 28. Oktober, 23. bis 30. Dezember
Die Einrichtungen sind grundsätzlich geschlossen an Wochenenden, Feiertagen in Baden-Württemberg und am 24. und 31. Dezember.
Benutzungs­ordnung als pdf-Dokument
Entgeltals pdf-Dokument
Ermäßigung Ermäßigung ausschließlich für Freudenberg-Mitarbeiter möglich. Um eine Geschwister- und/ oder eine einkommensabhängige Ermäßigung zu beantragen, senden Sie bitte folgenden Antrag, ggf. mit geforderten Nachweisen per E-Mail an kitaon@postillion.org.
Zuschuss Ist über das Landratsamt einkommensabhängig möglich.
Anmeldung Um sich anzumelden, nutzen Sie bitte das Zentrale Vormerksystem der Stadt Weinheim.
Formulare Hier finden Sie weitere Informationen und Formulare.
Sach­bearbeitung Zentrale Anmeldestelle Dina Lindner, E-Mail: kitaon@postillion.org, Telefon: (06220) 20230-73, Montag bis Donnerstag 08:30 bis 13:15 Uhr
Auswärtige Kinder Nein, wir können grundsätzlich nur Kinder mit Erstwohnsitz in der Kommune aufnehmen.

Auszug aus dem aktuellen Newsletter

Es war etwa um das Jahr 334 herum, als Martin - ein Soldat der Kaiserlichen Garde - in Frankreich stationiert war. Vor den Toren der Stadt Amiens begegnete er einem unbekleideten Bettler. Angesichts der winterlichen Kälte und in einem Akt der Barmherzigkeit, zerteilte Martin seinen Soldatenmantel mit dem Schwert in zwei Hälften. Während er die eine Hälfte für sich behielt, überreichte er die andere Hälfte dem armen Mann und bewahrte ihn damit vor dem Kältetod. Nach Ableistung seiner Dienstzeit ließ sich Martin taufen und widmete sein weiteres Leben der Ausübung seines christlichen Glaubens und wurde sogar Bischof. Am 11. November, dem Tag seiner Beisetzung, feiern wir jedes Jahr unser Laternenfest – denn auch damals gab es eine riesige Lichterprozession.

Im Kindergarten feiern wir den Gedanken der Barmherzigkeit vollkommen losgelöst von einer bestimmten Religion. Im Fokus liegt die Fähigkeit, die Not des anderen zu sehen und ihm dabei behilflich zu sein. Und was sogar noch viel näher an der Lebenswelt der Kinder ist: der Gedanke des Teilens. Denn so wie Martin seinen Mantel mit dem armen Bettler geteilt hat, so finden sich unsere Drachen jeden Tag in Situationen wieder, in denen es genau darum geht: Beanspruche ich das Spielzeug, das Essen, die Arbeitsmaterialien, den Sitzplatz, das Buch für mich alleine, oder teile ich es mit den anderen?

Allerdings ist das Teilen kein angeborenes Verhalten. Besonders im Alter zwischen 1 und 4 Jahren, neigen Kinder eher dazu, ihren Besitz vor anderen zu verteidigen und sich damit zu identifizieren. Sie können noch nicht einschätzen, ob sie selbst noch genug haben, wenn sie dem anderen etwas abgeben. Jemandem etwas abzugeben wird zunächst eher als ein Verlust empfunden, womöglich sogar als existentielle Bedrohung.

Teilen ist ein sogenanntes prosoziales Verhalten, also die freiwillige Entscheidung, einer anderen Person zu helfen oder zu nutzen. Es erfordert Einfühlungsvermögen und dieses muss erst mühsam antrainiert werden. Klar: Kinder sind ja gerade erst damit beschäftigt, sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse kennenzulernen. Da ist es schon viel verlangt, wenn sie auch gleichzeitig Empathie für die Bedürfnisse der anderen zeigen sollen.

Doch wie können Kinder an das Teilen herangeführt werden? Wie lernen sie es? Wenn wir Erwachsenen es ihnen anordnen, dann werden sie es zwar womöglich murrend akzeptieren, doch ein wirklicher Lerneffekt tritt dabei nicht ein. Je häufiger aber ein Kind die positiven Effekte des Teilens erfährt, desto bereitwilliger wird es dieses Prosoziale Verhalten in sein Handlungsrepertoire aufnehmen. Wir können zwar auf das arme Kind hinweisen, das ohne Schaufel im Sandkasten sitzt, aber wenn die Bereitschaft zum Teilen noch nicht da ist, müssen wir es wohl oder übel hinnehmen. Wenn man Kinder zum Teilen zwingt, dann werden sie ihren Besitz nur umso erbitterter verteidigen.

Der „Knackpunkt“ beim Teilen lernen liegt in der Erfahrung, dass man dabei mehr gewinnt als verliert. Anfangs ganz simpel: wenn ich meine Brezeln mit dir teile, teilst du deine Trauben mit mir. Später wird es aber schon komplexer: wenn wir miteinander teilen, werden wir bessere Freunde. Im besten Fall lässt sich der Gedanke des Teilens auf die ganze Gruppe ausweiten: wenn ich etwas Leckeres zum Snack in den Kindergarten mitnehme, dann sollte für alle etwas dabei sein, damit keiner traurig ist.

An unserem Laternenfest konnten wir eine solche Situation arrangieren, indem wir genau 8 Martinsschwerter aus Hefeteig buken. Für 15 Kinder! Zunächst saßen alle Kinder ratlos vor dem Gebäck… Was machen wir denn jetzt? Bezeichnenderweise waren es dann die älteren Kinder, die auf die Idee kamen: „Na klar! Wir teilen sie!“ Der Reihe nach durfte sich jedes Kind einen Partner suchen, mit dem es sein Martinsschwert teilen wollte. Wichtig war es, dass diese Maßnahme nicht von uns pädagogischen Fachkräften vorgegeben wurde, sondern von den Kindern initiiert wurde. Es war wirklich rührend zu beobachten, wie die Kinder nacheinander in die Runde schauten und jemanden zum Teilen aussuchten. Ihre Augen strahlten dabei richtig vor Freude.

Wir backen mit den Kindern jede Woche – doch von den geteilten Martinsschwertern haben die Drachenkinder noch ganz oft erzählt.

Am Nachmittag stiegen wir dann noch mit unseren Laternen in den abgedunkelten Schlafraum und sangen unsere eingeübten Laternenlieder. Ganz zum Schluss sangen wir das Lied „Sankt Martin“ und spielten die Szenen mit Verkleidung nach. Es war ein tolles Fest!